Mit Chauvinismus „den Rechten nicht das Feld überlassen“?

Von Red-Burned-Boulet

Die folgenschwere Logik, dass Menschen ohne Arbeit, am besten im bürgerlichen Sinne ungebildet, das Gros der Faschisten [1] bildet, ist auch in einer Linken, wie zu lesen sein wird, ein immer wiederkehrendes (falsches) Erklärungsmuster. Dass hierbei ein bürgerlicher Chauvinismus reproduziert wird, will nicht gewusst sein.

Faschisten gibt es in allen Schichten, ob in der Unterschicht, der sogenannten Mittelschicht oder der Oberschicht. Mit den Faschisten der Oberschicht wird gerne – und ganz im (falschen) bürgerlichen Verständnis von Pluralität – in Talkshows diskutiert, die Faschisten der Mittelschicht seien keine Faschisten, sondern Teil der Mehrheitsgesellschaft (dem völkischen/nationalistischen Kollektiv). Auf die Faschisten der Unterschicht wird allerdings mit dem Finger gezeigt, sie gehen in der bürgerlichen Formel auf „arbeitslos/arm/bildungsfern = Nazi“.

Nehmen wir beispielhaft eine Sahra Wagenknecht, eine Politikerin der Partei „die Linke“, welche neben rassistischen und nationalistischen Widerlichkeiten [2], auch die genannte chauvinistische bürgerliche Formel bedient, indem sie die Wähler der AFD zu den „Adressaten“ der Partei „die Linke“ erklärt. [3]

„Arbeiter und Arbeitslose sind unter den Wählern zwar überdurchschnittlich vertreten, machen aber nur ein Viertel der AfD-Gesamtwählerschaft aus, während die übrigen drei Viertel auf Angestellte, Beamte und Selbständige entfallen.“ [4] Denn „hinsichtlich des Einflusses sozioökonomischer Faktoren ist anzuführen, dass die Arbeitslosenquote bzw. der Anteil an SGB II-Beziehenden eines Wahlkreises keinen Einfluss auf die Höhe des AfD-Wahlergebnisses ausüben […].“ [5]

„Arbeiter und Arbeitslose“ als primäre „Adressaten“ der Partei „die Linke“ oder einer Linken im Allgemeinen sind also nicht bei einer AFD zu suchen! Wer dies unternimmt, erklärt eben jene „Arbeiter“ und machen wir uns nichts vor, vor allem die „Arbeitslosen“ in Gänze zu Wählern der AFD. Die, die ihre Stimme der AFD geben, stehen stets auf der anderen Seite der Barrikade, Punkt.

Eine Linke muss also dem Chauvinismus, der sich in der Formel: „arbeitslos/arm/bildungsfern = Nazi“, ob er nun unter „linker“ oder bürgerlicher Flagge daherkommt, widersprechen, und zwar auf das Schärfste.

Der „monokausale“ [6] Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit (Armut) gleich AFD-Wähler, ergo Faschist oder Neonazi ist bürgerliches Erklärungsmuster, welches einer „Linken“ wie Sahra Wagenknecht polemisch gesprochen im Halse stecken zu bleiben hat.

Der Nährboden hingegen für die faschistische Agitation ist vielschichtig, er ist „ökonomischer, soziologischer, politischer oder kultureller Natur“. [7]

Im Folgenden wird versucht den Ursachen einer Faschisierung näherzukommen, in keinstem Fall dient es ihrer Rechtfertigung.

Das „ökonomische“ faschistische Mosaik materialisiert sich in der Verdinglichung in Form von Lohnarbeit innerhalb eines gesellschaftlichen Konkurrenzsystems sowie in der Erniedrigung des Menschen zum Humankapital. In diesem Mosaik, in dieser proklamierten „schrecklichen Normalität“ [8] (nur allzu gern ergänzt um einen Irrationalismus [9]) ist das faschistische Moment bereits angelegt. Es wird „ein positiver Zusammenhang zwischen einer niedrigen Arbeitslosenquote […] einem hohen Pro-Kopf-Haushaltseinkommen […] wie auch einem hohen Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigte*r und einem hohen AfD-Wahlergebnis festgestellt […].“ [5]

Neben der genannten Verdinglichung drückt sich diese „Normalität“ im perfekten (patriarchalen/heteronormativen) Familienglück aus. In einer Normalität, „in der die Welt noch in Ordnung ist“: Von Vater und Mutter, Kinder und das Einfamilienhaus mit gepflegtem Garten und weißem Gartenzaun. Um sich der „Normen und Moralvorstellungen“ [10] „der bürgerlichen-kapitalistischen Gesellschaft“ [11] anzupassen, kann es unter anderem einer „Triebunterdrückung“ [12] bedürfen: einer „Unterwürfigkeit“ [13], die die eigenen „rebellischen Impulse […] durch Angst im Zaum“ [14] halten. Sie kann eine „autoritäre Aggression“ [15] beinhalten, die „die reale oder vermeintliche Missachtung konventioneller Ideale und Normen durch Dritte hart bestraft“ [16] [17]. Diese Normalität verlangt nach einer „Sexualität“ [18], die einer „konventionellen Sexualmoral“ [19] unterworfen ist. Diese ökonomische, soziale, politische und kulturelle „Normalität“ hat das Potenzial, durch ihre Rollenzwänge und in der Angst vor Abweichung zu eben jener „Normalität“ der Entsagung, einen „autoritären Charakter“ [20] als „Antwort“ auf den autoritären Zwang herauszubilden.

Der faschistische Agitator (man stelle sich hier den heimlichen Parteivorsitzenden der AFD Björn Höcke vor) kann hierauf aufbauen und die (vermeidlichen) einfachen Antworten bieten, die eine Linke nicht bieten kann. Unsere Antworten sind komplex und dadurch kompliziert. Der Agitator hingegen hat sie, die „einfachen“ Antworten. Diese sind jedoch nicht radikal, sondern ganz im Gegenteil, die Verschärfung der bestehenden Verhältnisse und deren Barbarisierung. Die Aufhebung erfolgt nicht im Sinne einer Überwindung, die „Aufhebung“ erfolgt (ohne zu erfolgen) reaktionär in der Verstärkung der bestehenden Konkurrenzverhältnisse, der absoluten Brutalisierung derer.

Der faschistische Agitator meint: „Meine Freunde, wir leben in einer Welt der Ungleichheit und Ungerechtigkeit. […] Die Welt ist die Arena eines erbarmungslosen Überlebenskampfes. Warum solltet ihr nicht auf der Seite derer sein, die profitieren? Anstatt mit den Unterdrückten und Leidenden gemeinsame Sache zu machen […] weder Frieden noch Sicherheit, noch Glück [verspreche ich euch]. Ich erzähle euch nichts von Individualität – was immer das Wort bedeuten mag. Ich verachte solche Schlagworte […] Wenn ihr euch mir anschließt, verbündet ihr euch mit Kraft, Stärke und Macht […] Ich biete euch Prügelknaben an – Juden, Radikale […] Ihr könnt sie beschimpfen und schließlich verfolgen. […] Es kommt ja nicht darauf an, daß sie eure wahren Feinde sind, solange ihr sie ausplündern und eure Wut an ihnen auslassen könnt. Ich biete euch nicht eine Utopie, sondern einen realistischen Kampf um den Knochen im Maul des anderen Hundes […] ständiger Kampf ums Überleben. […] Um das zu erreichen müßt ihr mir folgen. Wir wollen eine Bewegung des Schreckens organisieren. Wir werden uns mit den Mächtigen verbünden, um einen Teil ihrer Privilegien zu gewinnen. Anstatt Gefangene werden wir Polizisten sein. Und ich bin euer Führer. […]“ [21]

Durch das Aufgreifen der „Zwänge und Ängste“ der bestehenden Verhältnisse und die Übertragung in absolute autoritäre Uniformität bekundet der Agitator das faschistische Moment. Nicht die Überwindung des Bestehenden [22], sondern dessen Zementierung in der Barbarei ist das Ziel. [23] Die absolute Auslöschung des Individuums unter der Macht „des Führers“.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass der Kapitalismus vermittelt durch die verdinglichende Lohnarbeit und die das Individuum unterdrückende Entwicklung des autoritären Charakters den besten Nährboden für faschistische Agitatoren bietet, ihre menschenfeindliche Saat zu sähen.
Klar muss aber auch sein, dies resultiert nicht notwendig in einer Faschisierung. Es stellt gleichwohl eine reale Gefahr dar, die ihr brutales Gesicht nur allzu oft bereits zeigte.

Widersprechen wir also dem falschen bürgerlichen Chauvinismus, der Gleichsetzung von arm und faschistisch, auch wenn er von vermeintlich Links kommt. Nicht die im wahrsten Sinne ärmsten Schweine sind das faschistische Potenzial, es ist die propagierte Normalität selbst. Das „Da ist die Welt noch in Ordnung“ bleibt eine brandgefährliche Lüge.

Einer emanzipatorischen Linken muss es also darum gehen »alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist«. [Karl Marx] und somit neue Verhältnisse zu schaffen, in denen man/ich ohne Zwang und Angst man/ich selbst sein kann. Dies entzieht dem „autoritären Charakter“ den Nährboden und ohne diesen Charakter steht der faschistische Agitator auf weiter Flur allein. Um dies zu erreichen, bedarf es der radikalen Aufhebung der bestehenden Verhältnisse, welche maßgeblich durch Kapitalismus und ein ihn bedienendes Patriarchat geformt sind.

Auf dem Weg zu dieser radikalen Aufhebung ist der Streit um politische Liberalisierung [24] unseres Alltags und um die Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen von zentraler Bedeutung. Doch wird die Aufhebung des Falschen nur möglich sein, indem das Gros der Lohnabhängigen Klasse über nationale Grenzen hinweg sagt: „Schluss, es reicht“.

Die Freiheit des Individuums, welche bedeutet, den eigenen Bedürfnissen folgen zu können, abseits von Entsagung und dem Zwang, muss das Ziel sein.

Eine Gesellschaft, die als normal akzeptiert, dass alles Ware ist, einschließlich des stets austauschbaren Menschen, welcher als Mensch nichts, sondern nur als Arbeitskraftbehälter etwas ist, stellt eine potenzielle Gefahr hin zum Faschismus dar. Diese „Normalität“, in der das Individuelle nicht sein darf, ist gefährlich.

Um nun aber das Geltende aufzuheben und damit Kapitalismus und das ihn bedienende Patriarchat zu beenden, bedarf es Streiks [25], die die Kapital-Akkumulation aussetzten. Die „richtige“ Wut ist an die grundlegenden Verhältnisse zu adressieren, welche die eigentliche Ursache eben jener darstellen. Es braucht den Bruch mit dem Arbeitsfetisch, den Bruch mit der politischen Ökonomie, den Bruch mit der kapitalistischen Logik und eine Hinwendung zu einer radikal demokratisch organisierten – Armut und Lohnarbeit nicht kennenden – und an menschlichen Bedürfnissen orientierten Produktion. Um dies zu bewirken, braucht es (antifaschistische) Massen, und um diese zu erreichen, braucht es weder Paternalismus [26] noch ein chauvinistisches „den Rechten nicht das Feld überlassen“. Es braucht das fordernde Gespräch, suchen wir es!


Quellenangaben und Anmerkungen:

[1] Faschismus

„Der Faschismus, den wir heute sehen, ist nicht derselbe wie vor 80 Jahren. Die Gesellschaft hat sich verändert und mit ihr die faschistische Ideologie und Bewegung. Die Organisationen sind andere, der Sprachgebrauch hat sich gewandelt und mit ihm auch die politische Propaganda und ihre Medien, der politische Inhalt wurde neu formuliert. Der Kern der Ideologie aber, die Ziele, für die die Leute heute wieder unter dem Banner des Faschismus marschieren, sind genau dieselben wie schon in den 1930er-Jahren. … die Grundideen sind aber die alten geblieben. Es ist dieselbe Verachtung für alles, was als fremd und schwach empfunden wird, diese Verherrlichung einer als völkisch gedachten Gemeinschaft, dieselbe Verachtung für die Demokratie und für ein Denken, in dem alle Menschen denselben Wert haben, derselbe Glaube an das Recht, das sich der Stärkere nimmt – damals wie heute.

Die Verherrlichung der Gewalt als politisches Instrument zieht sich als roter Faden durch die Geschichte des Faschismus.“

Aus „Was ist eigentlich Faschismus?“ von Kalle Johansson und Lena Berggren

https://www.jacobystuart.de/buecher-von-jacoby-stuart/comic-graphic-novel/was-ist-eigentlich-faschismus/

[2] „Sahra Wagenknechts Wir“

https://mission-lifeline.de/sahra-wagenknechts-wir/

„“Wer Gastrecht missbraucht“, sagt Wagenknecht, „der hat Gastrecht dann eben auch verwirkt.“ Das sei „ganz klar Position“ der Linken.““

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/sahra-wagenknecht-zum-asylrecht-die-gast-rechte-a-1071614.html

[3] „“Und deswegen hoffe ich, dass wir auch viele von denen erreichen, die zurzeit aus Frust, aus Verärgerung über die bisherige Politik darüber nachdenken, AfD zu wählen, aber nicht, weil sie deren Parolen unbedingt gut finden, sondern wirklich nur, weil sie sagen: ‚Ich will deutlich machen, dass sich was ändern muss'““

https://www.n-tv.de/politik/Wagenknecht-will-AfD-Protestwaehler-abjagen-article19497221.html

[4] „Wahlergebnisse und Wählerschaft der AfD“

https://www.bpb.de/themen/parteien/parteien-in-deutschland/afd/273131/wahlergebnisse-und-waehlerschaft-der-afd/

[5] „Ist die AfD in ländlichen Räumen besonders erfolgreich? (von Larissa Deppisch, Andreas Klärner & Torsten Osigus)“

https://www.idz-jena.de/wsddet/wsd5-11

[6] „Fest steht, dass Radikalisierung nie monokausal ist, also immer mehrere Ursachen hat (Logvinov 2014: 148f.). Allerdings muss betont werden, dass selbst, wenn mehrere dieser Faktoren auf eine Person zutreffen, nicht zwangsläufig eine Radikalisierung folgen muss.“

https://www.bpb.de/lernen/bewegtbild-und-politische-bildung/reflect-your-past/313952/radikalisierung-und-deradikalisierung/

[7] „Auswirkung auf die Radikalisierung einer Person können Bedingungen haben, die ökonomischer, soziologischer, politischer oder kultureller Natur sind, wie soziale Unterdrückung, Identitätskrisen, Diskriminierungserfahrungen, (schulische/berufliche) Misserfolge, fehlende Perspektiven, Konkurrenzangst, die Suche nach eigener Identität oder Protest gegen Ungerechtigkeit (jup! Berlin o. J.).“

https://www.bpb.de/lernen/bewegtbild-und-politische-bildung/reflect-your-past/313952/radikalisierung-und-deradikalisierung/

[8] „Die schreckliche Normalität“

https://berlin.dieplattform.org/2021/05/27/die-schreckliche-normalitaet/

[9] “Der Irrationalismus mit all seinen esoterischen Facetten ist der größte Feind des Humanismus und ein Begleiter und Vor(be)reiter antidemokratischer und faschistischer gesellschaftlicher Entwicklungen.”

Jutta Ditfurth: “Worum es geht” S. 12/13

„erste Versuch vor, Autoritätsglauben, Gefühlsmystik, gnostische Phantasterei in die freie Wissenschaft des Denkens einzuschmuggeln“

Friedrich Engels (1843)

[10]„Kritische Theorie“ S. 77 – S.79

http://www.theorie.org/titel/595_kritische_theorie

[10 – 16 / 18 – 20] ebd.

[17] „ZDF-Politbarometer: Mehrheit für strengere Bürgergeld-Sanktionen“

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/politbarometer-buergergeld-einigung-zu-sanktionen-richtig-102.html

[21] „Leo Löwenthal Schriften. 5 Bände Band 3: Falsche Propheten“

„Meine Freunde, wir leben in einer Welt der Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Wer immer glaubt, daß dieser Zustand sich je ändern wird, je geändert werden könnte, ist ein Narr oder Lügner. Unterdrückung und Ungerechtigkeit sind – wie Krieg und Hungersnot – die Begleiterscheinungen der menschlichen Existenz. Idealisten, die dies leugnen, belügen sich selbst – schlimmer noch: sie führen euch an der Nase herum. In Gesten humaner Brüderlichkeit zu schwelgen, ist nur ein Köder für Einfaltspinsel und Dummköpfe, die sich dadurch von ihrem rechtmäßigen Anteil an der heutzutage vorhandenen Beute abhalten lassen. Sagt euch nicht eure eigene Erfahrung, daß ihr für euren Idealismus immer habt zahlen müssen? Seid praktisch Die Welt ist die Arena eines erbarmungslosen Überlebenskampfes. Warum solltet ihr nicht auf der Seite derer sein, die profitieren?

Anstatt mit den Unterdrückten und Leidenden gemeinsame Sache zu machen, schließt euch mir an. Ich verspreche euch weder Frieden noch Sicherheit, noch Glück. Ich erzähle euch nichts von Individualität – was immer das Wort bedeuten mag. Ich verachte solche Schlagworte, wenn ich sie auch gelegentlich, wenn’s paßt, selbst verwende.

Wenn ihr euch mir anschließt, verbündet ihr euch mit Kraft, Stärke und Macht – den Waffen, die am Ende alle Streitigkeiten entscheiden. Ich biete euch Prügelknaben an – Juden, Radikale, Plutokraten und sonstige Kreaturen, die unsere Fantasie erfinden kann. Ihr könnt sie beschimpfen und schließlich verfolgen. Worin besteht der Unterschied? Es ist ja gleichgültig. Es kommt ja nicht darauf an, daß sie eure wahren Feinde sind, solange ihr sie ausplündern und eure Wut an ihnen auslassen könnt.

Ich biete euch nicht eine Utopie, sondern einen realistischen Kampf um den Knochen im Maul des anderen Hundes; das ist unser Programm. Nicht Frieden, sondern ständiger Kampf ums Überleben. Nicht Überfluß, aber den Löwenanteil. Könnt ihr, wenn ihr realistisch seid, mehr erwarten?

Um das zu erreichen müßt ihr mir folgen. Wir wollen eine Bewegung des Schreckens organisieren. Wir werden uns mit den Mächtigen verbünden, um einen Teil ihrer Privilegien zu gewinnen. Anstatt Gefangene werden wir Polizisten sein. Und ich bin euer Führer. Ich werde für euch denken und euch sagen, was zu tun ist. In meiner Führerrolle werde ich euch euer Leben vorleben, und ich werde euer Beschützer sein. In der Hölle meiner Erbarmungslosigkeit winkt euch ein trautes Heim.“

https://www.suhrkamp.de/buch/leo-loewenthal-schriften-5-baende-t-9783518285039

[22] „Der an die Macht gelangte Faschismus lässt die bestehende Gesellschaftsordnung grundsätzlich unangetastet.“

https://www.wissen.de/lexikon/faschismus

[23] „Rechter Sozialkahlschlag“

„Robert D. Meyer über die Pläne der Faschistin Giorgia Meloni

Wie versprochen, so geliefert: Die Faschistin Giorgia Meloni und ihre extrem rechte Regierung in Italien will das Bürgereinkommen – vergleichbar mit Hartz IV – nahezu ersatzlos abschaffen. Künftig soll es weniger finanzielle Hilfe für weniger Menschen geben, die dafür härtere Bedingungen erfüllen müssen. Es ist Sozialkahlschlag mit Ansage… Melonis Wähler*innen wussten, was sie erwarten dürfen.

Genauso verhält es sich hierzulande mit der AfD: In der Debatte um die Einführung des Bürgergeldes forderte die Bundestagsfraktion eine »aktivierende Grundsicherung«, was da hieß, nach sechs Monaten sollten alle Leistungsbezieher*innen zur »Bürgerarbeit« verpflichtet sein. Als Sanktion sollte zudem eine »Sachleistungs-Karte« statt Geld möglich sein.

Ziel der extremen Rechten ist kein starker Sozialstaat. Ideologie und Methode fußen darauf, Abstiegsängste zu schüren, Prekarisierte gegeneinander auszuspielen, gesellschaftlich nach unten zu treten. Strategien im Kampf gegen Rechts müssen dies viel klarer als bisher betonen.“

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1168786.italien-unter-giorgia-meloni-rechter-sozialkahlschlag.html

[24] „Der Abbau von repressiven Funktionen des Staates wird politische Liberalisierung genannt; oft im Kontext von Minderheitenschutz, Menschenrechten, Verboten und der Umwandlung bzw. Abschwächung von Strafmaßnahmen gebraucht.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Liberalisierung

[25] Kampagne für ein umfassendes Streikrecht

https://rechtaufstreik.noblogs.org/

[26] Ohne Bevormundung, die sich auch darin ausdrückt, dass man Menschen nicht zutraut, das Komplexe und dadurch Komplizierte durchdringen zu können. Das Niveau einer „Bild-Zeitung“ spiegelt das herrschende Diskurs-Niveau wieder, nicht doch das intellektuelle Niveau des Menschen.

Wer die radikale Veränderung möchte, darf nicht am bestehenden intellektuellen Niveau festhalten oder es gar bedienen, das herrschende Niveau ist Teil der herrschenden Verhältnisse.

Ein Gedanke zu “Mit Chauvinismus „den Rechten nicht das Feld überlassen“?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert