Für einen klassenbewussten Antiimperialismus

von: Red-Burned-Boulet

Deutsch, English, Español, Ελληνική

Dieser Text ist ein Versuch, mit wenigen Worten und aus einem „kapitalistischen Zentrum“ heraus, eine klassenbewusste und antinationale Perspektive auf den heutigen Imperialismus der herrschenden Verhältnisse zu entwerfen. Dabei erhebt der Text nicht den Anspruch auf eine umfassende Analyse der imperialistischen Historie und erklärt sich explizit solidarisch mit der Arbeiter:innenklasse (1) weltweit. Weiterhin wird hier auch bewusst der Aspekt des Kolonialismus (2) ausgeklammert, obwohl dieser oft im gleichen Atemzug mit Imperialismus erwähnt wird. Dies geschieht, um sich besser auf das zentrale Thema fokussieren zu können.

Imperialismus wird heute wirkmächtig als kapitalistisches Werkzeug, als ökonomisches Moment. Er ist nicht die „Endphase“ des Kapitalismus, er ist ihm inhärent. Die politische Klasse eines nationalen Standorts „expandiert“ aus ökonomischen Gründen (wenn nötig mit dem Mittel des Krieges) im Interesse und gemeinsam mit den nationalen Kapitalen in andere nationale Standorte. Das Ziel ist es, die „eigene“ Position in der Weltmarktkonkurrenz auszubauen oder zu stärken. Hierbei handelt es sich nicht um einen Kampf der „Nationen“ oder „Völker“ gegeneinander oder gar um einen Kampf von „Gut“ gegen „Böse“ (3) (auch wenn dies die Herrschenden, im Sinne ihrer Herrschaft, nur zu gern behaupten), es handelt sich schlicht um die Ausweitung (monopolistischer) nationaler Kapitale über die das Wachstum bremsenden nationalen „Grenzen“ hinaus. Stets ist das Ziel die dem kapitalistischen Zwang des Wachstums unterworfene Erweiterung der Produktion, der Akkumulation, der Mehrwertproduktion, also schlicht: Die Profitmaximierung.  Der Kapitalismus, dessen Produktionsverhältnis die Krise selbst ist, produziert bis zu seinem Einbruch (ob Keynes, Smith oder sonst wer als Leitfaden der politischen Klasse dient), durch eine stets (nicht zeitlich prognostizierbaren) immer wiederkehrende, der Überproduktion geschuldete Krise, die zu einer Verarmung und Verelendung der lohnabhängigen Klasse, weit über die bestehenden elenden Verhältnisse hinausführt. Doch ist die Wurzel des Übels nicht eine „fremde Macht“, nicht „fremde Völker“, nicht einmal die kapitalistischen Charaktermasken selbst, die „Kapitalist:innen“, welchen wir die Pest an den Hals wünschen. Nicht umsonst schrieb Karl Marx „das Kapital“ und nicht „die Kapitalisten“. Der Kapitalismus als ökonomische und gesellschaftlich bestimmende Ordnung verantwortet Produktion und Ausbeutung der lohnabhängigen Klasse. Nicht die Kapitalist*innen machen den Kapitalismus, der Kapitalismus ist die Zurichtung des Menschen.

Die Nation (4) ist Voraussetzung für imperialistische Tätigkeit, die „nationale Befreiung“ (5) ist nicht der Weg, sie ist die Quadratur des Kreises, ein Irrweg. Die Nation, das „Volk“ (nicht mit zum Beispiel Pueblo oder People zu verwechseln) sind soziale Konstrukte die immer eines in sich tragen, die Bestimmung des Fremden, die Bestimmung eines den „guten Körper“ befallenden Bösen, sie erzeugen Rassismus, „Antiziganismus“ (6) und Antisemitismus, sie fantasieren von einem durch das „Fremde“ verdorbenen guten Bestehenden und negieren zugleich die herrschenden Klassenverhältnisse.

Was also tun gegen den heutigen Imperialismus? Mit dem Bewusstsein darüber, dass es egal ist, in welchen Kneipen ich arbeite und in welchen ich trinke, bleibt eines immer gleich: Die Produktionsbedingungen der kapitalistischen Realität. Das Bewusstsein darüber, dass die kapitalistischen Verhältnisse der Feind sind. Mit diesem Wissen muss der Imperialismus bekämpft werden. Der Kampf gegen den Imperialismus ist ein klassenbewusster, mit dem Verständnis für die expliziten Klassenverhältnisse der besitzenden „Bourgeoisie“ und des seine Arbeitskraft verkaufenden oder in unbezahlter Care-Arbeit ausgebeuteten „Proletariats“.

Im Bewusstsein darüber, dass nicht der „Finanzsektor“ (7) eine eigentlich gute Produktion „zerstört“, der gute Moment der „reinen Produktion“ ist Imagination in den bestehenden falschen Kapitalismus. Wie wir wissen ist die kapitalistische Produktion selbst die Krise. Es gibt keine Differenz oder gar Antagonismus zwischen einem angeblich „raffenden“ und einem vermeidlich „schaffenden“ Kapital. Ein Sektor der Finanzen wie wir ihn heute kennen entsteht, weil Kapital, akkumuliert aus der Ausbeutung der lohnabhängigen Klasse, in Massen vorhanden ist und die Möglichkeiten der fortlaufenden „Finanzierung“ der Ausbeutung der lohnabhängigen Klasse durch Produktion an seine Grenze stößt. Nicht nur, dass in Bezug auf „raffend“ und „schaffend“, der Kapitalismus nicht verstanden wird, der kurze Weg zum Antisemitismus und zur dadurch bestimmten falschen „Kapitalismuskritik“ (die keine Kritik, sondern menschenfeindliche Zementierung des Bestehenden bedeutet) ist nicht kurz, er ist nicht einmal zu gehen.

Der Kampf gegen den Imperialismus ist ein Kampf gegen den Kapitalismus. Es ist der Kampf um Emanzipation, der Kampf gegen die Degradierung zum „Humankapital“, der Kampf gegen Objektivierung, der Kampf hin zum freien Subjekt! (8) 

Antiimperialismus ist Klassenkampf, Antikapitalismus ist Klassenkampf, Klassenkampf ist (international) antinational. Klassenkampf hat ein Ziel, die bestehenden (Klassen-) Verhältnisse der Geschichte zuzuführen!

Der 1. Mai steht vor der Tür, der Tag, nein, nicht der „Arbeit“, der Tag der lohnabhängigen Klasse, der Tag des Klassenkampfes, weltweit, in Negation von Grenzen und anderen sozialen Konstrukten der Ungleichheit! Der Tag ist ein Symbol, sich begründend auf die Haymarket Streiks 1886 in Chicago, das Symbol einer Klasse. Wir sehen uns auf den Straßen!

Get Organized gegen Volk und Vaterland! Für mehr Klassenkampf!

Anmerkungen:

  1. Klasse ist eine analytische Kategorie, die aus der Analyse der bestehenden Verhältnisse resultiert. Sie dient nicht der Identitätsstiftung, denn obwohl die bitteren klassistischen Erfahrungen eine Klassenidentität geradezu provozieren, gibt es nur ein Ziel – die Auflösung jeglicher Klassen.
  1. Kolonialismus: „Kolonialismus ist eine Herrschaftsbeziehung zwischen Kollektiven, bei welcher die fundamentalen Entscheidungen über die Lebensführung der Kolonisierten durch eine kulturell andersartige und kaum anpassungswillige Minderheit von Kolonialherren unter vorrangiger Berücksichtigung externer Interessen getroffen und tatsächlich durchgesetzt werden. Damit verbinden sich in der Neuzeit in der Regel sendungsideologische Rechtfertigungsdoktrinen, die auf der Überzeugung der Kolonialherren von ihrer eigenen kulturellen Höherwertigkeit beruhen.“ Eine zu diskutierende Definition aus: C.H.Beck Wissen – Kolonialismus S.20
  1. „Die Moral des Kapitals liegt begraben in der Logik seines Kreislaufs.“ Karl Marx
  1. Nation: „Die Nation ist der Gebietskörper, der die Standortgrenzen innerhalb der Weltmarktkonkurrenz absteckt. Des Weiteren dient sie als ideologisches Konstrukt, welches den ausgebeuteten Klassen einen vermeintlichen „Grund“ für die selbige bietet.“ Definition aus dem Konsens der plattform, welche sich ausschließlich auf den Kapitalismus bezieht.
  1. „Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben.“ Karl Marx
  1. „Antiziganismus“ noch verwendeter Fachbegriff. Betroffene sprechen heute von: „Rassismus gegen Sinti und Romn:ja“.
  1. „Da Masse, Preise und Umlaufsgeschwindigkeit der in Zirkulation befindlichen Waren beständigem Wechsel unterworfen sind, erfordert auch ihre Zirkulation bald weniger, bald mehr Geld. Es sind also Reservoirs (Behälter) nötig, wohin Geld aus dem Umlauf abfließt und woraus es je nach Bedarf wieder in Umlauf kommt. Die entwickelteste Form solcher Zufuhr- und Abzugskanäle des Geldes, oder Schatzkammern, sind die Banken“ (Johann Most – Kapital und Arbeit). Die Produzent*innen, die Händler*innen und die Banken sind gemeinsam unabdingbare Faktoren für den Kapitalismus. Der Versuch der Trennung zeugt von Unwissenheit bezüglich der kapitalistischen Ökonomie. (siehe hier auch Antisemitismus). Das „Finanzkapital“ ist unüberwindbar mit dem „produzierenden Kapital“ verwoben. Das eine kann ohne das andere nicht existieren, es sind zwei Seiten einer Medaille.“ Aus dem Kapitalismus Konsens der plattform.
  1. Es gilt „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“. Aus „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie.“ Karl Marx

English

For a class-conscious anti-imperialism.

By: Red-Burned-Boulet

This text aims at briefly outlining a class-conscious and anti-national perspective on today’s imperialism from the perspective of a „capitalist hub“. It does not claim to be a comprehensive analysis of imperialist history and explicitly declares its solidarity with the working class (1) worldwide. Furthermore, the aspect of colonialism (2) is deliberately left out, although it is often put in the same context as imperialism. This is done in order to better focus on the central theme.

Imperialism today is used as a capitalist tool. It is not the „final phase“ of capitalism, instead it is the very core of what constitutes capitalism. The political class of a nation „expands“ into new territories for economic reasons (if necessary by waging war) in the interest of and together with  national capital. The goal is to expand or strengthen its „own“ position in world market against the competition. This is not a struggle of „nations“ or „peoples“ against each other or even a struggle of „good“ against „evil“ (3) (even if rulers want to claim this), it is simply the expansion of (monopolistic) national capital beyond the national „borders“ which hamper economic growth. The goal is always the expansion of surplus value production, subjected to the iron-clad laws of capitalist growth, i.e. simply: the maximization of profit.  The capitalist manner of production is the crisis itself. Capitalism produces until its collapse (whether Keynes, Smith or anyone else serves as a guide to the political class), in an ever-recurring crisis due to overproduction (though the exact timing may not be predictable), which leads to the impoverishment of the wage-earning class, far beyond the existing miserable conditions. But the root of the evil is not some „foreign power“, or „foreign peoples“, not even the capitalists themselves are to blame (though we still aim to overthrow them). There is a reason why Karl Marx titled his book „Capital“ and not „Capitalists“. Capitalism as the economic and social order is responsible for endless production and the subsequent exploitation of the wage-dependent class. It is not the capitalists who „make“ capitalism, capitalism is a system which conditions humanity.

The nation (4) is a precondition for imperialist activity and „national liberation“ (5) is not the way forward. It is an aberration that goes in circles. The nation, the „Volk“ (not to be confused with, for example, Pueblo or People) is a social construct that always carries with it the identification of the foreign, of an evil which befalls the „national body“. It generates racism, antiziganism and anti-semitism, nations fantasize about a good existence which is beingcorrupted by the „foreign“ and at the same time negate that there is anything wrong with the ruling class.

So what is to be done against today’s imperialism? With the awareness that it doesn’t matter in which pubs I work and in which ones I drink, one thing always remains the same: the conditions of production of capitalist reality. The consciousness about the fact that the capitalist conditions are the enemy. With this knowledge, we must fight imperialism. The struggle against imperialism is a class-conscious one, with the understanding of the explicit class relations of the owning „bourgeoisie“ and the „proletariat“ selling its labor or being exploited in unpaid care work.

We must also be very aware that it is not the „financial sector“ (6) that „destroys“ a form of production that is usually good, the idea of „good production“ is nothing more than a figment of imagination in the existing wrong conditions set by capitalism.

To reiterate, capitalist production itself is the crisis. There is no difference or even antagonism between a supposedly „evil and ravenous“ financial capital and a supposedly „good and constructive“ producing capital.

The finance industry as we know it today exists because capital is being accumulated from the exploitation of the wage-earning class and the possibilities of continuously „financing“ the exploitation of the wage-earning class through production has long reached its limit. Not only that, the false distinction between a supposed „reaping“ and „producing“, capitalism paves a way straight to anti-Semitism and to a misdirected „critique of capitalism“ (which does not, in fact, criticise but uses anti-human rethoric to cement the existing order).

The struggle against imperialism is a struggle against capitalism. It is the struggle for emancipation, the struggle against degradation to „human capital“, the struggle against objectification, the struggle towards the free individual! (7)

Anti-imperialism is class struggle, anti-capitalism is class struggle, class struggle is anti-national. Class struggle has one goal: to change the existing conditions.

May Day is coming, the day not of „labor“, the day of the wage-earning class, the day of class struggle, worldwide, in rejection of borders and other social constructs of inequality! The day is a symbol, based on the Haymarket strikes of 1886 in Chicago, the symbol of a united working class. See you in the streets!

Get Organized against „Volk“ and „Vaterland“! For more class struggle!

Notes:

  1. Class is an analytical category that results from the analysis of existing conditions. It does not serve to create identity, because although the bitter classist experiences virtually provoke a class identity, there is only one goal – the dissolution of all classes.
  1. Colonialism: „Colonialism is a relationship of domination between collectives, in which fundamental decisions about the way of life of the colonized are made and actually enforced by a culturally different minority of colonial masters who are hardly willing to adapt, with priority given to external interests. In modern times, this is usually associated with broadcast ideological justification doctrines based on the colonial masters‘ conviction of their own cultural superiority.“ A definition to be discussed from: C.H.Beck Knowledge – Colonialism p.20
  1. „The morality of capital lies buried in the logic of its circulation.“ Karl Marx
  1. Nation: „The nation is the territorial body that delineates the boundaries of location within world market competition. Furthermore, it serves as an ideological construct that provides the exploited classes with a supposed „reason“ for the same.“ Definition from the consensus of the platform, which refers exclusively to capitalism.
  1. „The workers have no homeland. You cannot take from them what they do not have.“ Karl Marx
  1. „Since the amounts, prices and speed of circulation of commodities in circulation are subject to constant change, their circulation also requires sometimes less, sometimes more money. Reservoirs (containers) are therefore necessary, where money flows out of circulation and from where it comes back into circulation as needed. The most developed form of such supply and withdrawal channels of money, or treasuries, are the banks“ (Johann Most – Capital and Labor). The producers, the traders and the banks are together indispensable factors for capitalism. The attempt to separate them shows ignorance of the capitalist economy. (see also anti-Semitism here). „Finance capital“ is insurmountably intertwined with „producing capital“. One cannot exist without the other, they are two sides of the same coin.“ From the capitalism consensus of the platform.
  1. It is necessary to „overturn all relations in which man is a degraded, a subjugated, an abandoned, a contemptible being.“ From „On the Critique of Hegel’s Philosophy of Right.“ Karl Marx

Español

Por un antiimperialismo con conciencia de clase

De: Red-Burned-Boulet

Este texto es un intento, en pocas palabras y desde un „centro capitalista“, de esbozar una perspectiva clasista y antinacional sobre el imperialismo de las condiciones de este momento. Al hacerlo, el texto no pretende ser un análisis exhaustivo de la historia imperialista y declara explícitamente su solidaridad con la clase trabajadora (1) de todo el mundo. Además, el aspecto del colonialismo (2) se omite deliberadamente, aunque a menudo se menciona al mismo tiempo que el imperialismo. Esto se hace para poder centrarse mejor en el tema central.

El imperialismo hoy se hace efectivo como herramienta capitalista, como momento económico. No es la „fase final“ del capitalismo, es inherente a él. La clase política de una localidad nacional se „expande“ por razones económicas (si es necesario con los medios de la guerra) en interés y junto con los capitales nacionales hacia otras localidades nacionales. El objetivo es ampliar o reforzar su „propia“ posición en la competencia del mercado mundial. No se trata de una lucha de „naciones“ o „pueblos“ (en el sentido ethnico) entre sí, ni siquiera de una lucha del „bien“ contra el „mal“ (3) (aunque los gobernantes no duden en afirmarlo porque sirve su dominación), sino simplemente de la expansión de los capitales nacionales (monopolistas) más allá de las „fronteras“ nacionales que frenan el crecimiento. El objetivo es siempre la expansión de la producción, de la acumulación, de la producción de plusvalía, sometida a la compulsión capitalista del crecimiento, es decir, simplemente: la maximización del beneficio.  El capitalismo, cuya relación de producción es la propia crisis, produce hasta su colapso (no hace diferencia, quien sirve como guía de la clase política – Keynes, Smith o cualquier otro), mediante una crisis recurrente (no previsible en el tiempo) debido a la sobreproducción, que lleva al empobrecimiento y a la pauperización de la clase asalariada, mucho más terrible que las condiciones de miseria de este momento. Pero la raíz del mal no es una „potencia extranjera“, ni los „pueblos extranjeros“, ni siquiera las propias máscaras de carácter capitalista, los „capitalistas“, a los que deseamos la peste. No en vano, Karl Marx escribió „capital“ y no „los capitalistas“. El capitalismo como orden económico y socialmente determinante es responsable de la producción y explotación de la clase asalariada. No son lxs capitalistas lxs que hacen el capitalismo, el capitalismo es el condicionamiento del hombre.

La nación (4) es la condición previa para la actividad imperialista, la „liberación nacional“ (5) no es el camino, es la cuadratura del círculo, una aberración. La nación, el „Volk“ (traducción alemana directa de la palabra „pueblo“, usada masivamente por el regimen Nazi, que no deberia ser confundido con, por ejemplo, „pueblo“ o „people“) son construcciones sociales que siempre llevan eso: la determinación de lo extranjero, la determinación de un mal que cae sobre el „cuerpo bueno“, generan racismo, antiziganismo y antisemitismo, fantasean con un bien existente corrompido por lo „extranjero“ y al mismo tiempo niegan las relaciones de clase dominantes.

¿Qué hacer entonces contra el imperialismo de hoy? Con la conciencia de que no importa en qué bares trabaje y en cuáles beba, una cosa siempre permanece igual: las condiciones de producción de la realidad capitalista. La conciencia de que las condiciones capitalistas son el enemigo. Con este conocimiento hay que combatir el imperialismo. La lucha contra el imperialismo es una lucha con conciencia de clase, con una comprensión de las relaciones de clase explícitas de la „burguesía“ propietaria y el „proletariado“ que vende su fuerza de trabajo o es explotado en el trabajo de cuidados no remunerado.

Consciente de que no es el „sector financiero“ (6) el que „destruye“ una producción realmente buena, el buen momento de la „producción pura“ es la imaginación en el capitalismo falso existente. Como sabemos, la producción capitalista es en sí misma la crisis. No hay diferencia, ni siquiera antagonismo, entre un capital supuestamente „rapaz“ y un capital supuestamente „creativo“. El sector de las finanzas, tal como lo conocemos hoy, surge porque el capital, acumulado a partir de la explotación de la clase asalariada, existe en masa y las posibilidades de la „financiación“ continua de la explotación de la clase asalariada a través de la producción llegan a su límite. No sólo el capitalismo no se entiende en términos de „acaparar“ y „crear“, el corto camino hacia el antisemitismo y la falsa „crítica del capitalismo“ determinada por él (que no significa una crítica sino una cimentación antihumana de lo existente) no es corto, ni siquiera hay que recorrerlo.

La lucha contra el imperialismo es una lucha contra el capitalismo. ¡Es la lucha por la emancipación, la lucha contra la degradación al „capital humano“, la lucha contra la cosificación, la lucha hacia el sujeto libre! (7) 

El antiimperialismo es lucha de clases, el anticapitalismo es lucha de clases, la lucha de clases es (internacionalmente) antinacional. La lucha de clases tiene un objetivo, ¡llevar a la historia las relaciones (de clase) existentes!

¡Se acerca el Primero de Mayo, el día, no, no del „trabajo“, el día de la clase asalariada, el día de la lucha de clases, en todo el mundo, en negación de las fronteras y otras construcciones sociales de desigualdad! El día es un símbolo, basado en las huelgas de Haymarket de 1886 en Chicago, el símbolo de una clase. ¡Nos vemos en las calles!

¡Organízate contra las construcciones del „Volk“ y la patria! ¡Por más lucha de clases!

Notas:

  1. La primera clase es una categoría analítica resultante de un análisis de las condiciones existentes. No sirve para crear identidad, porque aunque las amargas experiencias clasistas provocan prácticamente una identidad de clase, sólo hay un objetivo: la disolución de todas las clases.
  1. Colonialismo: „El colonialismo es una relación de dominación entre colectivos, en la que las decisiones fundamentales sobre el modo de vida de lxs colonizadxs son tomadas y aplicadas de hecho por una minoría culturalmente diferente de los amxs coloniales, que apenas están dispuestxs a adaptarse, dando prioridad a los intereses externos. Esto suele asociarse en los tiempos modernos a las doctrinas ideológicas de justificación basadas en la convicción de los amxs coloniales de su propia superioridad cultural.“ Una definición de la que hay que hablar: C.H.Beck Conocimiento – Colonialismo p.20
  1. „La moralidad del capital está enterrada en la lógica de su circulación“. Karl Marx
  1. Nación: „La nación es la entidad territorial que delimita los límites de la localización dentro de la competencia del mercado mundial. Además, sirve como una construcción ideológica que proporciona a las clases explotadas una supuesta „razón“ para la misma.“ – Definición del consenso de die plattform – Anarchakommunistische Organisation, que se refiere exclusivamente al capitalismo.
  1. „Los trabajadores no tienen patria. No puedes quitarles lo que no tienen“. Karl Marx
  1. „Dado que la masa, los precios y la velocidad de circulación de las mercancías en circulación están sujetos a cambios constantes, su circulación también requiere a veces menos, a veces más dinero. Por lo tanto, son necesarios los depósitos (contenedores), a los que el dinero sale de la circulación y de los que vuelve a la circulación según las necesidades. La forma más desarrollada de estos canales de oferta y retirada de dinero, o tesoros, son los bancos“ (Johann Most – Kapital und Arbeit). „Lxs productores, lxs comerciantes y los bancos son en conjunto factores indispensables para el capitalismo. El intento de separarlos demuestra la ignorancia de la economía capitalista. (ver también antisemitismo aquí). El „capital financiero“ está insuperablemente entrelazado con el „capital productivo“. Una no puede existir sin la otra, son dos caras de la misma moneda“. – Desde el consenso de die plattform – Anarchakommunistische Organisation

7. Es necesario derribar „todas las relaciones en las que el hombre es un ser degradado, subyugado, abandonado, despreciable“. – De „Sobre la crítica de la filosofía del derecho de Hegel“, Karl Marx

Ελληνική

Για έναν αντί-ιμπεριαλισμό με ταξική συνείδηση

Από: Red-Burned-Boulet

Αυτό το κείμενο είναι μια προσπάθεια, με λίγα λόγια και μέσα από ένα “καπιταλιστικό κέντρο”, να προβληθεί μια προοπτική  ταξικής και αντεθνικής  συνείδησης για τον σημερινό ιμπεριαλισμό. Το κείμενο δεν έχει σκοπό την βαθιά ανάλυση της ιστορίας του ιμπεριαλισμού και ταυτίζεται με αλληλεγγύη απέναντι στην παγκόσμια εργατική τάξη(1). Επίσης η άποψη της αποικιοκρατίας (2) εξαιρείται συνειδητά, παρόλο που συχνά αναφέρεται στην ίδια ανάσα με τον ιμπεριαλισμό. Αυτό συμβαίνει  για καλύτερη εστίαση στο κεντρικό θέμα.

Ο ιμπεριαλισμός γίνετε αποτελεσματικός σήμερα ως καπιταλιστικό εργαλείο. Δεν είναι  η „τελική φάση“ του καπιταλισμού, αλλά είναι συμφυής. Η πολιτική τάξη ενός εθνικού χώρου „επεκτείνεται“ για οικονομικούς λόγους (εάν απαραίτητο και μέσο πολέμου),για την εξασφάλιση των συμφερόντων των εθνικών κεφαλαίων, σε άλλους εθνικούς χώρους. Ο στόχος είναι, να επεκτείνουν και να ενδυναμώσουν την „δικιά τους“ θέση στον ανταγωνισμό της παγκόσμιας αγοράς. Δεν πρόκειται για μάχη μεταξύ „εθνών“ και „λαών“ ή για μάχη μεταξύ „καλού“ και „κακού“ (3) (αν και οι κυβερνώντες, για σκοπό της εξουσίας τους, το ισχυρίζονται συχνά), πρόκειται για την επέκταση των εθνικών κεφαλαίων πέρα από τα εθνικά „σύνορα“. Ο σκοπός είναι πάντα, υποκύπτοντας στην καπιταλιστική πίεση της ανάπτυξης, η επέκταση της παραγωγής, η συσσώρευση, η παραγωγή προστιθέμενης αξίας, δηλαδή με λίγα λόγια: Η μεγιστοποίηση των Κερδών. Ο καπιταλισμός, του οποίου η σχέση με την παραγωγή είναι η ίδια η κρίση. Παράγει μέχρι να καταστραφεί (ασχέτως αν είναι ο Keynes, ο Smith ή οποιασδήποτε άλλος ο οδηγός της πολιτικής τάξης), μέσα από μια συνεχή (μη προβλεπόμενη), συνεχώς επαναλαμβανομένης κρίσης, που οφείλεται στην υπερπαραγωγή. Αυτό οδηγεί στην φτώχεια και εξαθλίωση της εργατικής τάξης, πέρα από τις υφιστάμενες άθλιες συνθήκες. Μα η ρίζα του προβλήματος δεν είναι μια „ξένη εξουσία“, δεν είναι ένας „ξένος λαός“, δεν είναι ούτε οι καπιταλιστές/τριες, τους οποίους ευχόμαστε τα χειρότερα. Δεν είναι τυχαία που ο Μάρξ έγραψε „το Κεφάλαιο“ και όχι το „οι Κεφαλαιοκράτες“. Ο καπιταλισμός ως μια οικονομική και κοινωνική τάξη είναι υπεύθυνος για την παραγωγή αλλά και για την εκμετάλλευση της εργατικής τάξης. Δεν είναι οι καπιταλιστές/τριες που αποτελούν τον καπιταλισμό, der Kapitalismus ist die Zurichtung des Menschen.

Το έθνος (4) είναι προϋπόθεση για ιμπεριαλιστική δραστηριότητα, η „εθνική απελευθέρωση“ (5) δεν είναι ο δρόμος, δεν οδηγεί πουθενά. Το έθνος, „das Volk“ (όχι να γίνει σύγχυση με για παράδειγμα  Pueblo ή People) είναι κοινωνικά κατασκευάσματα τα οποία φέρουν μαζί τους μόνο το ένα, ορίζουν „το ξένο“, ορίζουν „το καλό σώμα“ το οποίο απειλείτε από το κακό, παράγουν ρατσισμό, αντί-τσιγγανισμό, αντισημιτισμό, φανατίζουν τον κόσμο ενάντια στο ξένο αναιρώντας τις σχέσεις της άρχουσας τάξης.

Τί να κάνουμε εναντίον του σημερινού ιμπεριαλισμού; Γνωρίζοντας ότι δεν παίζει ρόλο σε ποια μπαράκια δουλεύω ή πίνω, μένει ένα το ίδιο: Οι συνθήκες της καπιταλιστικής πραγματικότητας. Ξέροντας ότι οι καπιταλιστικές συνθήκες είναι ο εχθρός. Με αυτή την γνώση πρέπει να καταπολεμήσουμε τον ιμπεριαλισμό. Ο αγώνας ενάντια στον ιμπεριαλισμό απαιτεί ταξική συνείδηση.

Γνωρίζοντας ότι, δεν είναι ο „χρηματοοικονομικός τομέας“(6) που „καταστρέφει“ μια καλή παραγωγή, η καλή στιγμή της „καθαρής παραγωγής“ είναι φαντασίωση για την ύπαρξη ενός λάθος καπιταλισμού. Γνωρίζουμε ότι η καπιταλιστική παραγωγή είναι η ίδια η κρίση. Δεν υπάρχει διαφορά μεταξύ ενός υποτιθέμενου „καταστροφικού“  και ενός „δημιουργικού“ κεφαλαίου. Ένας τομέας της οικονομίας όπως τον ξέρουμε σήμερα, δημιουργούμενος από την  συσσώρευση κεφάλαιού από την εκμετάλλευση της εργατικής τάξης, υπάρχει σε αφθονία και οι ευκαιρίες της συνεχής “οικονομικής ενίσχυσης“ της εκμετάλλευσης της εργατικής τάξης φτάνει στα όριά της. Όχι μόνο σε σχέση „καταστροφικού“  και „δημιουργικού“, ο δρόμος στον αντισημιτισμό και την λανθασμένη καπιταλιστική κριτική (η οποία δεν είναι κριτική, αλλά μια δημιουργία μιας απάνθρωπης ιδέας) είναι πολύ μικρός.

Η μάχη ενάντια στον ιμπεριαλισμό είναι μάχη ενάντια στον καπιταλισμό. Είναι η μάχη για χειραφέτηση, η καταπολέμηση της υποβάθμισης στο “ανθρώπινο κεφάλαιο“, η μάχη ενάντια στην αντικειμενοποίηση, η μάχη για ένα ελεύθερο όν. (7)

Αντί-ιμπεριαλισμός είναι μάχη ταξική, αντί-καπιταλισμός είναι μάχη ταξική, ταξικός πόλεμος είναι (διεθνής) αντεθνικός. Ο ταξικός πόλεμος έχει σκοπό να αναλάβει η ιστορία τα υπάρχουσα (ταξικά) δεδομένα!

Η 1η Μαΐου έρχεται, όχι η μέρα της „δουλειάς“ αλλά της εργατικής τάξης, η μέρα  του ταξικού πολέμου, παγκόσμια, ασχέτως συνόρων και άλλων κοινωνικών κατασκευών της αδικίας! Η μέρα είναι σύμβολο, βασισμένη στις απεργίες Haymarket 1886 στο Chicago, σύμβολο μιας τάξης. Τα λεμέ στους δρόμους!

Get Organized ενάντια στο έθνος! For more class war!

Παρατηρήσεις:

  1. Τάξη είναι μία αναλυτική κατηγορία, η οποία προέρχεται από την ανάλυση των υπαρχουσών συνθηκών. Δεν έχει στόχο την ταυτοποίηση, αν και παρόλο που το προκαλούν οι πικρές ταξικές εμπειρίες, υπάρχει μόνο ένας στόχος – η εξαφάνιση κάθε τάξης.
  1. Αποικιοκρατία: „Αποικιοκρατία είναι μία σχέση εξουσίας μεταξύ δύο κολεκτίβων, η μία παίρνει τις θεμελιώδεις αποφάσεις για τον τρόπο ζωής των αποικισμένων. Μια μειονότητα αποικιοκρατών διαφορετικής κουλτούρας η οποία δεν έχει στόχο να προσαρμοστεί,  υπό την εξυπηρέτηση εξωτερικών συμφερόντων. Με αυτό συνδέονται στην σήμερον ημέρα ιδεολογικά δόγματα, τα οποία προσπαθούν να δικαιολογήσουν και να πείσουν  τους αποικιοκράτες για την δική τους πολιτιστική υπεροχή“ Ένας ορισμός από: C.H. Beck Wissen – Kolonialismus S.20
  1. „ Η ηθική του κεφαλαίου θάβεται στην λογική του κύκλου του“ Karl Marx
  1. Έθνος: „Το έθνος είναι το έδαφος, το οποίο θέτει τα σύνορα ανάμεσα στον παγκόσμιο ανταγωνισμό. Επιπλέον τείνει σαν ιδεολογικό εργαλείο, το οποίο δίνει στης εκμεταλλευόμενες τάξεις έναν  υποτιθέμενο λόγο.“ Ορισμός από την πλατφόρμα, η οποία ασχολείται αποκλείστηκα με τον καπιταλισμό.
  1. „Οι εργαζόμενοί δεν έχουν πατρίδα. Δεν μπορεί να τους παρθεί κάτι που δεν έχουν“ Karl Marx
  1. „Δεδομένου ότι η μάζα, η τιμή και η ταχύτητα κυκλοφορίας των εμπορευμάτων σε κυκλοφορία υπόκεινται σε συνεχείς αλλαγές, η κυκλοφορία τους απαιτεί τώρα λιγότερα, τώρα περισσότερα χρήματα. Υπάρχουν λοιπόν απαραίτητες δεξαμενές (εμπορευματοκιβώτια), όπου τα χρήματα ρέουν από την κυκλοφορία και από τα οποία επιστρέφουν στην κυκλοφορία, όπως απαιτείται. Η πιο ανεπτυγμένη μορφή τέτοιων καναλιών προσφοράς και ανάληψης χρημάτων, ή θησαυρών, είναι οι τράπεζες“  (Johann Most – Kapital und Arbeit). Οι παραγωγοί, οι έμποροι και οι τράπεζες είναι συλλογικά απαραίτητοι παράγοντες για τον καπιταλισμό. Η απόπειρα διαχωρισμού δείχνει άγνοια για την καπιταλιστική οικονομία. „Το «κεφάλαιο χρηματοδότησης» είναι ανυπέρβλητα συνυφασμένο με το «κεφάλαιο παραγωγής». Το ένα δεν μπορεί να υπάρχει χωρίς το άλλο, είναι δύο όψεις του ίδιου νομίσματος“. Από την συναίρεση καπιταλισμού της πλατφόρμας.
  1. Είναι σημαντικό να «ανατρέψουμε όλες τις συνθήκες υπό τις οποίες ο άνθρωπος είναι ταπεινωμένο, σκλαβωμένο, εγκαταλελειμμένο, περιφρόνητο ον». Από: „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ Karl Marx


2 Gedanken zu “Für einen klassenbewussten Antiimperialismus

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